Für die Kasse! – Ein etwas anderes Unentschieden.
Am Freitag empfingen wir die bisher ungeschlagenen Tabellenführer vom DC
Robin Hood 2 im heimischen Vis. Nach dem uns unser Schnupper-TC Volker
im Hinspiel in eine heitere 2:13 Auswärtsniederlage geführt hat, waren wir heiß
auf eine Revanche. So heiß, dass der Spielbericht im Grunde schon vor dem
eigentlichen Tag fertig war. Unter dem Titel „Lasst das mal den Papa machen“,
schrieb sich ein Loblied auf unseren TC Holger, der uns zum Heimsieg
aufstellen wollte, quasi von alleine. Nur fiel das Loblied dann ein klein wenig
anders aus, als erhofft.
Trotz einem jeweils starken Auftritt mussten sich René und Nils klar
geschlagen geben, bevor sie die Boards für Volker und Leo freigaben. Obwohl
Leos Gegner selbst einen 50er Average spielte und immer dranblieb, hielt
unser Jugendass das Spiel nervenstark zusammen und holte mit einem
deutlichen 3:1 den ersten Punkt und mit einer 180 die ersten Bestleistungen
für Green Bull. Währenddessen startete unser Ex-TC-Praktikant in die
Zitterpartie des Abends mit einem bombastischen ersten Leg. Nach seinem 15
Darter mit 116er Highfinish war unser Sportwart erstmal so aus der Puste,
dass es 50 Darts im zweiten Leg brauchte, bis er zum 2:0 checkte. Im dritten
Leg fingen sich die beiden Kontrahenten wieder, doch obwohl es die ersten
Matchdarts für Green Bull gab, konnte die Spielerin von Robin Hood auf 2:1
verkürzen. Aufgrund eines leider starken 19 Darter schob sich die Partie bis in
den Decider, in dem Volker leider wieder Matchdarts vergab, was letztlich in
einem unerwarteten 2:3 gegen unseren Achilles endete. Der erste Block
endete mit zwei klaren Spielen. Während Bernd souverän mit 3:0 den zweiten
Punkt des Abends holte, fand Jakob überhaupt nicht in sein Spiel und gab sich
deutlich mit 0:3 geschlagen.
Mit einem Zwischenstand von 2:4 ging es also in den Doppelblock, den unser
TC durch das eingespielte Duo Felix & Alex, sowie Dominik & Leo eröffnen
ließ. Und obwohl sich die beiden mit jeweils einem Average von 53,7 bzw 49,7
mehr als nur teuer verkauften (hier sei nochmal erwähnt, dass der Liga
Average bei 46,7 liegt), mussten sie sich gegen überragende Gegner, die im
Doppel an bzw über 60 im Average spielten, beide 0:3 geschlagen geben. Bei
einem Stand von 2:6 lag es nun also an unseren Routiniers Bernd und Volker
zu verhindern, dass unsere Gäste im dritten Block volle 6 Matchpunkte
bekamen. Und obwohl unser Achilles wieder gegen seine frisch gefundene
Ferse spielte und unser TC kurz Panik bekam, als das erste Leg erneut
reibungslos für unser Dreamteam verlief, ließen die beiden nichts anbrennen und holten mit einem souveränen 3:1 unseren dritten Punkt an diesem
Spieltag.
Es ging also mit einem Rückstand von 3:6 und einer gehörigen Portion
Kampfgeist in den dritten Block. Und wir rannten mit genau jenem Kampfgeist
und voller Elan gegen eine Wand. Nicht nur die ersten beiden, sondern gleich
die ersten 4 Begegnungen des letzten Blocks gingen deutlich an unsere
Gäste, die über 4 Spiele einen knappen 55er Average spielten und nur 3 Legs
abgaben. Domme und Leo, die sich das mit ansehen mussten starteten also
mit dem Ziel der Ergebnisbeschönigung in die letzten beiden Partien. Eine
Aufgabe, die unser Jugendspieler ganz klar vor Augen hatte, denn er tütete
mit einem Spiel, wo er nur ein Leg unter 65 im Average spielte, nicht nur
seinen zweiten 3:1 Sieg sondern auch seine zweite Bestleitung in Form eines
bärenstarken 109er Highfinish zum Match ein. Domme führte am anderen
Board ebenfalls schnell 2:0, aber ihm fehlte im 3. Leg etwas die Motivation das
Ding zuzumachen. Das hat René sofort erkannt und feuerte ihn mit der
Sprache an, die jeder in unserer Mannschaft spricht: „Für die Kasse!“. Domme
verstand, aber anstatt nur das Spiel 3:0 zu gewinnen, wofür alle anderen einen
betrag in die Mannschaftskasse werfen müssten, lachte er sich ins Fäustchen
und ließ seinen Gegner auf 2:1 herankommen. Denn dann schlug unser
Kameradenschwein richtig zu und checkte in 21 Darts und einem
wunderschönen 116er Highfinish zu Match. Die Bestleistung gepaart mit den 3
gewonnen Legs bedeuten im Grunde, dass ihm die Mannschaft umgerechnet
ungefähr ein Bier am Mannschaftsabend nach Saisonabschluss ausgibt. Und
das Funkeln in Holgers Augen bedeutete, dass nicht nur René die
Wirkungskraft dieser Art von Motivation nun genau begriffen hat.
Trotz dieser beiden Siege stand am Ende eine deutliche 5:10 Heimniederlage
auf dem Spielbericht. Was zwar zunächst ernüchternd klingt aber anders
gefasst eine Verbesserung um 3 Punkte zum Hinspiel bedeutete. Außerdem
fand unser TC eine weitere wahrlich aufmunternde Perspektive: „Im Grunde
haben wir heute ein Unentschieden erspielt. 5:10 in Spielen und 5:0 in
Bestleistungen, das geht für mich klar auf.“ Mit diesen Worten verabschiedeten
wir unseren sehr fairen und starken Gegner und gratulieren jetzt schonmal
zugegeben etwas verfrüht aber durchaus berechtigt vorzeitig zum Aufstieg.
